Farrah el Dibany

Geboren in Alexandria/Ägypten, fing Farrah schon mit sieben Jahren an Klavierunterricht zu nehmen. Ihren Gesangsunterricht begann sie bei Professor Neveen Allouba in Ägypten. 2014 machte sie dann ihren „Bachelor of Arts“ in der Fachrichtung Operngesang an der Hochschule für Musik Hanns-Eisler Berlin. Dort studierte sie bei Professor Martin Bruns, bei Julia Varady und bei Professorin Janet Williams. Daran anschließend absolvierte sie ein Masterstudium an der UdK Berlin bei dem Kammersänger Markus Brück. Neben dem Gesangsstudium studierte sie gleichzeitig Architektur an der TU Berlin und schloss das Studium mit dem „Bachelor of Science“ erfolgreich ab. Seit September 2017 studiert sie mit Elina Garanca.

Die junge Mezzosopranistin hat den 1. Preis bei dem Gesangswettbewerb des ägyptischen Obersten Rates der Kultur sowie den 3. Preis bei dem 3. Internationalen Gesangswettbewerb Guilo Perotti erhalten. Sie ist mehrmals Stipendiatin des Meisterkurses mit Tom Krause in Finnland gewesen, wo sie beim Savonnlina Opera Festival als „Carmen“ und „Dalila“ in mehreren Konzerten aufgetreten ist. Sie nahm an Meisterkursen mit Horiana Branisteneau, Renate Faltin, Elio Battaglia, Tom Krause, Lorraine Disimone, David Jones, Ildar Abdrazakov, Ann Murray, Raina Kabaivanskaya und Luciana D’Intino teil.

Aufgetreten ist sie unter anderem als „Amastre“ in Händels Xerxes, als „Martha“ in Tschaikowskys Iolanta, als „Orfeo“ in Glucks Orfeo ed Euridice und als „Orlofsky“ in J. Strauss Die Fledermaus in Berlin. 2003 hatte sie ihr Debüt im Opernhaus Kairo mit der Partie der „Mrs.Bentson“ in Lakme von L. Delibes, einer gemeinsamen Produktion des Opernhauses Kairo und Opernhaus Saint-Etienne. Es folgte die Partie der „2. Dame“ in Mozarts Zauberflöte und die Partie der „Cornelia“ in Händels Cesare in Egitto. Sie trat mit der Partie der „Dido“ aus Purcells Oper Dido and Aeneas im Radialsystem in Berlin auf, dann bei den Marburger Schlossfestpielen und anschließend als „Ramiro“ in Mozarts Oper La finta giardineira im Hochschulprojekt an der Hanns-Eisler Hochschule für Musik.
2016 sang Farrah die Partie der „Pythia“ in Aribert Reimann’s Oper Melusine, begleitet von den Brandenburger Symphonikern. Ihr Rollendebut als Bizets „Carmen“ hatte Farrah an der Neuköllner Oper Berlin, wo sie sich laut Berliner Zeitung und Berliner Morgenpost als „wandlungsfähige wunderbar samtige kraftvolle Mezzosopranistin“gezeigt hat.

Udo Badelt (Tagesspiegel) schrieb, dass Farrah „den Abend stimmlich sensationell“ punktete und beschrieb sie als „voluminöser Mezzo, burgunderrot, rauchiges Timbre, orientalisch, mystisch, dalidaesk“.

2015 wurde Farrah als Nachwuchskünstlerin des Jahres im Jahrbuch des Opernwelt Magazins bei der Kritikerumfrage für ihre Carmen an der Neuköllner Oper Berlin nominiert. Dieses Jahr ist Farrah Preisträgerin der Kammeroper Schloss Rheinsberg und konnte damit erneut die Rolle der „Carmen“, unter der Leitung von Aurelien Bello und der Regie von Giorgio Madia verkörpern.

Seit September 2016 ist Farrah ein Mitglied des Opernstudios der Opera nationale de Paris Atelier Lyrique. Bei der Eröffnung der Biennale dell‘ arte 2017 in Venedig wurde sie als Vertreterin der Pariser Oper ausgewählt und sang im französischen Pavillon. Sie ist auch in einem jüngst entstandenen Trailer der Oper zu sehen und hören.

Im Rahmen ihrer letzten Produktion von Boesmanns Oper Reigen an der Opera Bastille, wo sie das „Süsse Mädl“ gesungen hat, wurde Farrah von den Kritikern für ihr rundes, dunkles Timbre sowie für ihre tiefe Stimme ausgezeichnet und war laut Forumopera unbedingt als eine „Carmen“ vorstellbar. In der Opera Garnier hat Farrah zusammen mit dem Orchester der Opera nationale de Paris anlässlich eines Galakonzerts Auszüge aus französischen Opern gesungen, unter anderem Saint-Säens Samson Et Dalilah, G. Bizets Carmen und J. Massenets Werther.

Farrah ist Stipendiatin der Bayreuter Festspiele 2018. Sie ist kürzlich bei dem Festival Voix d’automne im Grange au Lac in Evian mit Auszügen aus Rossini’s Otello als „Desdemona“ sowie aus Mozarts Cosi fan tutte als „Dorabella“ und Idomeneo Idamante mit dem Orchester des pays de Savoie unter der Leitung von Nicholas Chalvin aufgetreten. Demnächst wird sie die Partie der „Anna“ in Berlioz Les Troyens unter der Leitung von Philippe Jordan an der Opera Bastille übernehmen.

Ab April 2019 geht sie mit einer Produktion von Die Fledermaus als „Orlofsky“ auf Tournee mit der Academie de l‘Opera de Paris um in Anschluss daran bei den Opernfestspielen Schloss Glatt die Titelpartie in einer Neuproduktion von Bizets Carmen zu geben.